Zweisitzrakete

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Ein Mann, der aus Liebe eine alte Zweisitzrakete aus dem technischen Museum klauen will, kann kein schlechter Mensch sein. Es muss ihn ganz gewaltig erwischt haben. Die Sache ist die: Manuel (Manuel Rubey), Fotograf für die Wiener Bezirkszeitung, und Dolmetscherin Mia (Alissa Jung) sind allerbeste Freunde. Sie kurven gemeinsam auf dem Moped herum, sie sitzen nachts philosophierend über den Dächern von Wien, sie lieben denselben winzig-wunzigen Asiaten. Sie wollen beide nach New York und haben auch sonst eine Liste von Plänen, die sie gemeinsam in die Tat umsetzen wollen: Ein Foto von einem weißen Hai machen. Auf einem riesigen Frachtschiff als Matrosen arbeiten. Eine Kokosnuss aus dem Supermarkt klauen und sie wieder zurück zu ihrer Palme bringen.

Dann fährt die frisch getrennte Mia ein paar Tage weg, nach Südtirol. Was kann da schon passieren? Leider alles. Während sich Manuel überlegt, wie er Mia endlich seine Liebe gestehen kann, verliebt sich die junge Frau unsterblich. In einen italienischen Piloten. Und Manuel ist natürlich der erste, der’s erfährt. Was soll der beste Freund da dagegenhalten? Kurz später der nächste Schock: Mia will gemeinsam mit ihrem Uniformträger nach Rom auswandern. Ist alles zu spät?
Jeden Tag stolpert Manuel aus seinem WG-Schlafzimmer direkt in die Selbsthilfegruppe von Detlev (Simon Schwarz), der traurigen Frischverlassenen (unübertroffen: Thomas Stipsits, Alexander Jagsch, Andreas Patton, Denis Moschitto) bei der Bewältigung ihres Zorns hilft. Mit Lockerungsübungen und Klempnerphantasien. Vergebung ist das Ziel. Ausgerechnet die hier versammelten traurigen Gestalten werden zu Manuels unverzichtbaren Komplizen, um Mia doch noch zurückzuerobern. Die träumte als Kind nämlich immer davon, mit einem Astronauten und seiner Rakete zu den Sternen zu fliegen. Einen Besuch im technischen Museum später ist klar: Ein Plan muss her. Gut, dass Detlev mit zwei Polizistinnen befreundet ist.

Zwei Tauben (herrlich: Michael Niavarani und Gerti Drassl) kommentieren derweil die menschlichen Irrwege von oben.

Gedreht wurde in Wien 1 bis 18 und Umgebung – ein echter Lonely-Planet-Stadtspaziergang mit Aussicht. Erstlings-Regisseur Hans Hofer kommt natürlich aus Südtirol. Aber das ist eine andere Geschichte.

(von Julia Pühringer)


Österreich, Farbe, 92 Minuten


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